Unendlich und überwältigend

sind Schmerz und Verzweiflung

 Ich fühle mich gelähmt, verloren

 nicht zu dieser Welt gehörig

 Gefangen in meinem Körper

 weiß ich nicht,

ob ich noch sein kann. (Julie Frisch)

 

Dieses Gedicht kann jene Gefühle in Worte fassen, die ich nach dem Tod meiner Tochter Teresa empfand - und dazu zerriss mir noch eine große Leere und Einsamkeit das Herz.

Ich fühlte mich so alleine mit meinem Schicksal! Zwar war ich umgeben von einfühlsamen Menschen: mein Mann und mein Sohn David trugen mich durch die schmerzhafte erste Zeit der Trauer - doch diese starken Gefühle, die ich immer wieder empfand, überwältigten mich und trieben mich in die Einsamkeit mit niemandem teilen zu können, der ebenso empfand!

Schließlich lernte ich bei einem Vortrag Renate kennen, deren Tochter Martha vor kurzem gestorben war. Es entstand die Idee eine erste Selbsthilfegruppe in St. Pölten zu gründen und so trafen wir einander beim ersten Gruppentreffen wieder.

Wir alle merkten, wie gut es uns tat uns austauschen zu können, gemeinsam zu weinen und Schmerz, Wut, Angst und Enttäuschung zu artikulieren. Es überraschte uns sehr, wie ähnlich unsere Gefühle und Gedanken waren!

Zwischen Renate und mir entstand während der folgenden Jahre eine immer tiefer werdende Freundschaft und Verbundenheit. Nie wieder sollte es anderen Betroffenen so ergehen, wie es uns nach dem Tod unserer Kinder ergangen ist! Anderen sollte jene Hilfe zuteil werden, die wir so dringend  benötigt hätten.

 

Was nach dem Tod meines Kindes für mich wichtig war:

 

1. Mein Mann war bei der Geburt dabei und wir durften unsere Teresa so lange bei uns behalten wie wir wollten.

2. Wir machten Fotos, die heute zu den wenigen Erinnerungsstücken gehören. (Handabdruck, Fußabdruck, Haarlocke)

3. Unser Kind wurde gewaschen und angezogen, wie alle anderen Neugeborenen auch!

4. Teresa wirkte, als würde sie schlafen - Ihr Anblick hatte nichts Schreckliches ... sie wirkte ganz friedlich!

5. Wir entschieden uns für ein eigenes Begräbnis (in manchen Gemeinden gibt es Kindersammelgräber - hier fallen dann nicht so hohe Kosten für das Begräbnis an - man darf bei der Bestattung allerdings nicht dabei sein!)

6. Meist hat der KH Seelsorger einen guten Kontakt zur Geburtenstation - Im KH St.Pölten ist das Gespräch mit dem KH Seelsorger und der Seelsorgehelferin sehr hilfreich - erkundigen Sie sich, welche Berührungspunkte die KH Seelsorge zu Betroffenen hat und scheuen Sie sich nicht davor Kontakt aufzunehmen! 

7. In unserem Fall haben keine weitern Verwandten unsere Tochter gesehen - überlegen Sie jedoch diese Möglichkeit (auch Geschwisterkinder sollten ihr verstorbenes Brüderchen, Schwesterchen, so sie wollen, anschauen dürfen )

8. Wir hatten die Möglichkeit den Sarg zu öffnen und konnten unser Kind vor dem Begräbnis noch einmal sehen ( in vielen KH besteht die Gelegenheit, das Kind auch am nächsten Tag noch einmal zu sehen)

 

Alleine zu Hause:

 

Da sind nur Schmerz und Verzweiflung und das Gefühl: "du fehlst mir so!"

Wir konnten mit dem Schmerz besser umgehen, als wir für unsere verstorbenen Kinder aktiv geworden sind:

 

Geburts- und Todesanzeige:

gestalten und verschicken:

Im Andenken an das verstorbene Kind kreativ werden:

 

Grabstein gestalten:                        

 

Kerze mit dem Partner gemeinsam gestalten und jeden Abend anzünden:

 

Foto des verstorbenen Kindes im Zimmer aufstellen / Fotobilder gestalten, die alle Familienmitglieder zeigen (lebende Kinder, Papa und schwangere Mama):